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Sonntag, 25. Januar 2009

Weiterentwicklung von Google Notebook eingestellt!

Vor einigen Tagen habe ich zu meinem Bedauern gelesen, dass Google die Weiterentwicklung von Google Notebook/Notizbuch eingestellt hat:

Damit gehen zwei Dinge einher:
- es sollen keine neuen Benutzer mehr angelegt werden können
- die Firefox-Erweiterung wird nicht mehr funktionieren
Alle bestehenden Notizbücher bleiben allerdings erhalten; es gehen keine Daten verloren, und über die Web-Oberfläche können bereits registrierte Nutzer weiterhin Google Notebook nutzen. Dennoch sollte man sich mittelfristig vielleicht nach einer Alternative umschauen.

Persönlich schwöre ich zum Sammeln und Archivieren von Notizen und Webschnipseln wie auch Volltextdokumenten seit einiger Zeit auf Evernote (http://www.evernote.com), die gerade auch schon einen Google-Notebook-Importer entwickelt haben:

Für einige spezifische Zwecke bin ich bisher allerdings beim Google Notebook geblieben, weil Evernote dafür (noch) nicht geeignet ist bzw. noch einiger weniger Features entbehrt: Die einzelnen Notizen lassen sich nicht so einfach manuell (per Drag-and-Drop) anordnen wie in Google Notebook, sondern nur nach Datum, Titel etc. - und es gibt noch keine Möglichkeit, dass verschiedene Nutzer gemeinsam online ein Notizbuch bearbeiten. Das Online-Kollaborations-Feature soll für Evernote aber 2009 kommen.

Die derzeit beste Alternative ist deshalb wahrscheinlich das ZOHO Notebook: http://notebook.zoho.com. ZOHO bietet wie Google eine komplette (eigentlich sogar umfangreichere) Online-Office-Suite an. Der Wechsel ist für Google-Nutzer besonders einfach, weil man sich bei ZOHO mit dem Google-Login einloggen kann. Prinzipiell ist mit dem ZOHO Notebook dasselbe - und sogar mehr - umsetzbar wie mit dem Google Notebook, allerdings ist es weniger intuitiv; man braucht eine etwas längere Einarbeitungszeit.

Nachdem es im Google-Notebook-Blog bereits fast 700 bedauernde und verärgerte Kommentare begeisterter Notebook-Nutzer gibt, will ich ja noch nicht ganz die Hoffnung fahren lassen, dass Google die Entscheidung revidiert. Einer hat sogar das Blog "Save Notebook" ins Leben gerufen. Und eine Online-Petition gibt's auch...

Freitag, 9. Januar 2009

Evangelische Zeitschrift "zeitzeichen" für kurze Zeit komplett online - danach für Abonnenten

Nach längerer Zeit schaue ich mal wieder bei der Online-Präsenz des von mir seit über einem Jahrzehnt abonnierten Monatsmagazins "zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft" vorbei - und stelle mit Freuden fest, dass die Homepage komplett überarbeitet wurde. Sie hat nun viel mehr Portal-Charakter, kommt mit einer sehr angenehmen Anmutung daher, sowie mit einem online gut lesbaren Schriftbild.

Noch spannender finde ich aber die Bemerkung in der linken Seitenleiste:
"Wir haben unseren Internet-Auftritt gründlich überarbeitet und freuen uns, mit unserem Monatsmagazin nun auch komplett online zu sein! Damit Sie sich mit unserer neuen Präsenz vertraut machen können oder uns sogar ganz neu kennenlernen, ist zeitzeichen.net für kurze Zeit für jeden frei zugänglich. Bald werden nur ausgewählte Artikel freigestellt. Abonnenten des Print-Magazin können sich dann für den Online-Zugang freischalten. Alle anderen können dann auch ein Online-Abonnement abschließen und haben damit jederzeit Zugang zu allen Artikeln und zum neuen Archiv."
Ich bin begeistert und freue mich auf das, was da noch kommen wird! Ob meine Anfrage per E-Mail von Anfang Juli 2008 zu dieser Entwicklung beigetragen hat? Damals schrieb ich an die Redaktion:
"Es gibt nicht zufällig die Möglichkeit, als Abonnent die Zeitzeichen auch vollständig im pdf- oder einem anderen digitalen Format zu erhalten? Ich lese inzwischen fast mehr Artikel am Computer als auf Papier - und könnte sie so vor allem ggf. auch leichter weiterverarbeiten (archivieren, verschlagworten, Zitate exzerpieren etc.). Über einen solchen Service würde ich mich sehr freuen!"
Mein Wunsch wurde erhört! :-)

Nun fehlt eigentlich nur noch ein RSS-Feed, der mich über aktuelle Artikel informiert. Na, zur Not baue ich mir den wieder einmal selbst, mit Feed43 zum Beispiel.

Donnerstag, 1. Januar 2009

Nichts ist unmöglich 2009

Gelangweiltes KamelIn regelmäßigen Abständen weisen die Kirchen darauf hin, welchen Wert die Regelmäßigkeit besitzt. Vor allem dann, wenn der Advent wieder einmal in den Spätsommer vorgezogen zu werden droht. Alles hat seine Zeit, und das Einhalten von Rhythmen stiftet Sinn – für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft.

Das Kirchenjahr ist rhythmisiert nicht nur durch die großen Festdaten wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Erntedank, sondern auch durch Bibelworte. Schon vor einem halben Jahrhundert sind die Wochensprüche mit Bezug zum jeweiligen Sonntag in die kirchlichen Agenden eingegangen.

Nicht nur das Kirchenjahr gibt einen Rhythmus vor, sondern auch das säkulare Kalenderjahr und die Jahreszeiten. Christlicher Glaube kann deshalb nicht eingekapselt bleiben in den kirchenjahreszeitlichen Ablauf. Er betrifft das ganze Leben und will auch dafür den Rhythmus vorgeben. Selbst alltägliche Verrichtungen sollen unter dem Vorzeichen des Wortes Gottes stehen.

Und so gibt es neben den jedes Jahr gleichen Wochensprüchen eben auch die jährlich wechselnden Tageslosungen, die Monatssprüche und die Jahreslosung. Die Jahreslosung für 2009 stammt aus dem Lukasevangelium. Jesus spricht: “Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.” (Lukas 18,27)

Das klingt ein bisschen wie aus der Autowerbung: „Nichts ist unmöööglich.“ Und man denkt dabei zuerst an irgendwelche Wunder, Wasser in Wein verwandeln, über den See laufen, chronisch und Tod-kranke plötzlich heilen.

Aber das Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen. Kurz vorher sagt Jesus: „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.“ Und die Jünger sind entsetzt: Wer kann dann ins Reich Gottes kommen? Denn irgendwie, im Großen oder im Kleinen, ob Manager, Vorstandschef oder kleiner Sparer, sind wir doch alle darauf bedacht zu wahren, was uns gehört, sind wir nicht wirklich bereit, alles aufzugeben und Jesus nachzufolgen.

Unmöglich also, zu einem besseren, solidarischen Miteinander zu gelangen?
Unmöglich, uns nicht mehr zu sorgen?
Unmöglich, ins Reich Gottes zu kommen?

Jesus sagt: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Damit schafft er die Grundlage, dass wir überhaupt leben können. Gott sei Dank!

[Gedanken aus diesem Text sind eingegangen in eine Rundfunkandacht am 1. Januar sowie eine am 2. Januar 2009, des Weiteren in den Leitartikel des Evangelischen Kirchenboten Nr. 1/2009, S.1]

Horoskope - Die Zukunft einfach umtauschen?

Ich lese ja schon seit Jahren keine Horoskope mehr. Irgendwann habe ich mir mal als guten Vorsatz fürs neue Jahr vorgenommen, keines mehr zu lesen und hab’s seitdem auch durchgehalten. Das war anfangs gar nicht so einfach, man ist so dran gewöhnt, in jeder Zeitschrift guckt man ganz unwillkürlich drüber, oder es läuft im Radio, oder irgendjemand liest es laut vor, natürlich nur zum Spaß. Aber ich wollte mich einfach nicht mehr davon beeinflussen lassen, auch nicht unbewusst.

Und dann habe ich etwas gelesen, was mir recht gibt, wie ich meine. Da gab doch tatsächlich eine Astrologiefirma eine Umtauschgarantie auf Horoskope. Wenn Ihnen ihr Horoskop, das dort teuer Geld kostet, nicht gefällt, können Sie es einfach umtauschen.

Wenn ich das richtig verstehe, kann ich dort also meine Zukunft umtauschen. Denn das verspricht doch ein Horoskop: mir zu sagen, wie meine Zukunft aussieht. Die Zukunft einfach umtauschen, das wäre natürlich einfach. Sich einfach eine aussuchen, die einem zusagt, ohne selber etwas dafür tun zu müssen.

Ich glaube, Gott traut uns zu, dass wir unser Leben und unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen. Wir sind freie Menschen und entscheiden selbst, was wir daraus machen – ohne uns an Millionen Lichtjahre entfernte Himmelskörper zu klammern.

“Weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges kann uns scheiden von der Liebe des Herrn”, heißt es in der Bibel. Und das ist es, was zählt.

[Dieser Beitrag ist auch als Rundfunkandacht im ProtCast Pfalz zum Hören erschienen]