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Donnerstag, 14. Mai 2009

Kirche im Web 2.0 - Eine tendenziöse Umfrage?

Eine Pressemitteilung der Goethe-Universität Frankfurt a.M.:

Das Web 2.0 ist aus dem Lebensalltag Jugendlicher kaum wegzudenken. SchuelerVZ, Facebook und andere Communities haben einen festen Platz im Medienalltag.

Die Goethe-Universität Frankfurt in Form der Professur für Religionspädagogik und Mediendidaktik untersucht erstmals das Vorkommen von Kirche in diesem Web 2.0, dem Mitmachinternet, und lädt dazu ein, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. Als Teilnehmerin / Teilnehmer erhält man die Ergebnisse der Studie als PDF auf Wunsch automatisch zugesandt. Für kirchliche Mitarbeiter und Interessierte ergeben sich dadurch neue Blickwinkel auf die Einsatzmöglichkeiten von Communities und Videoportalen, aber sicher auch die ein oder andere spannende Webseite, bei der ein Besuch lohnt.

Um teilzunehmen gehen Sie bitte auf www.kirche-im-web20.de. Direkt zur Umfrage gelangen Sie hier: www.surveymonkey.com/s.aspx?sm=N6t1Xeya5RPmXEYuYOZUaQ_3d_3d
Die Teilnahme dauert ca. 10 Minuten.

(Pressemitteilung gefunden auf openPR via Hinweis von Georg Schneider)

UPDATE:
Nachdem ich gerade die Umfrage selbst ausgefüllt habe, bin ich doch etwas enttäuscht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei der Art und Weise, wie diese Fragen angelegt sind, besonders repräsentative Ergebnisse zum großspurig angekündigten Thema "Kirche im Web 2.0" herauskommen. Die Umfrage hat nämlich einen stark katholisch ausgerichteten Akzent, was gleich bei der ersten Frage schon zum Ausdruck kommt:

1. Wie gehen Sie vor, wenn Sie nach religiösen Inhalten im Netz suchen?
  • Ich nutze Suchmaschinen (wie z.B. Google)
  • Ich besuche die Webseite meiner Pfarrei / lokalen kirchlichen Einrichtung
  • Ich gehe über eine Portalseite wie katholisch.de
  • Ich gehe über Nachrichtenseiten wie domradio.de (kath.de / kath.net)
  • Ich nutze meine Favoriten bzw. Lesezeichen, die ich mir mit der Zeit angelegt habe
  • Ich gehe über die Seiten des Bistums
Nicht-katholische Befragte dürften hier schon teilweise gehörig verwirrt sein. Evangelische müssten im Geiste hinter das Beispiel katholisch.de auch ekd.de setzen, hinter domradio.de bzw. kath.de auch epd.de und hinter "Bistum" auch "Landeskirche". Das dürften aber nur kirchlich eng Verwurzelte hinbekommen.

Bei der Frage nach der Nutzung "kirchlicher Sinnangebote" unter Frage 11 werden ebenfalls ausschließlich katholische Angebote aufgelistet.

Hinzu kommt, dass in Frage 6 nur nach sozialen Netzwerken (Communities) gefragt wird. Weitere Web-2.0-Angebote, die zum Teil von selbst netzwerkartigen Charakter entwickeln bzw. entwickelt haben, werden ausgespart, etwa Twitter und Friendfeed. Auch wird zwar nach Kenntnis und Nutzung von Blogs gefragt (Frage 14), nicht aber nach dem Abonnement von RSS-Feeds in Feedreadern.

Schließlich die vielen "Wünschen Sie sich...?"-Fragen. Wer aus der Gruppe kirchenaffiner Internetnutzerinnen und -nutzer antwortet auf eine so gestellte Frage schon mit "Eher nicht" oder "Nein"? "Wünschen Sie sich mehr Präsenz der Kirche in sozialen Netzwerken?" Klar.

Eine wissenschaftlich redlich durchgeführte Umfrage müsste an dieser Stelle doch Antwortmöglichkeiten anbieten wie z.B. "Ja, wenn darunter nicht die Präsenz vor Ort leidet" oder "Eher nicht, denn das dazu erforderliche Geld könnte sinnvoller in ein soziales Hilfsprojekt investiert werden".

Mir scheint dies eine sehr tendenziös angelegte Studie zu sein, deren einziger Sinn und Zweck sein dürfte, gegenüber den entsprechenden Verantwortlichen die Notwendigkeit einer verstärkten Präsenz der römisch-katholischen Kirche im Web 2.0 zu verdeutlichen. Aussagekräftige Ergebnisse über die Nutzung von Web-2.0-Angeboten durch Christinnen und Christen der beiden großen Konfessionen und ihre Wünsche zur weiteren Entwicklung sind hiervon nicht zu erwarten.

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Dienstag, 12. Mai 2009

Weltrekordversuch auf dem Kirchentag: Die Bibel im Twitter-Format

Die folgende Pressemitteilung, die in meiner Mailbox gelandet ist, gebe ich hier einfach mal komplett wieder - weil ich die Aktion so schön webzwonullig finde. Ich denke, ich werde mich auch mal anmelden und bin gespannt, welche Bibelstelle ich dann in 140 Zeichen zusammenfassen darf.
WIR TWITTERN DIE BIBEL!
Weltrekordversuch startet auf dem Evangelischen Kirchentag in Bremen (20.bis 24. Mai 2009)

Die Bibel im Twitter-Format neu interpretiert – das wäre Weltrekord. Der Versuch startet auf dem 32. Evangelischen Kirchentag in Bremen und läuft vom 20. Mai bis zum Pfingstmontag. Die Herausforderung: Geschichten der Heiligen Schrift sollen jeweils in nur 140 Zeichen zusammengefasst werden. Für die Aktion haben erfahrene Theologen die Bibel in rund 3.000 Abschnitte aufgeteilt. Die neu interpretierten Bibelstellen werden während des Kirchentags aktuell beim Internet-Dienst Twitter (http://twitter.com/evangelisch_de) veröffentlicht. Der Rekordversuch ist eine Aktion von evangelisch.de, dem neuen Internetportal der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das am 24. September 2009 online geht. Realisiert und betreut wird evangelisch.de vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP).

Mitarbeiter von evangelisch.de werden während des Kirchentags in Bremen unterwegs sein und an interessierte Besucher Bibelstellen austeilen. Natürlich kann sich jeder auch seine persönliche Lieblingspassage in der Bibel aussuchen. Aufgabe wird es dann sein, die Bibelstellen in eigenen Worten umzuformulieren, wobei die Texte nicht mehr als die twitter-typischen 140 Zeichen umfassen dürfen. Kirchentagsbesucher können ihre Texte von den Mitarbeitern von evangelisch.de direkt bei Twitter einspeisen lassen oder ihre Bibel-Interpretation per Hand auf ihren Bibel-Twitter-Flyer schreiben und abgeben.

Nicht nur Kirchentagsbesucher können mitmachen – jeder ist eingeladen. Wer die Aktion unterstützen möchte, kann sich jetzt bereits unter www.evangelisch.de anmelden. Die Teilnehmer bekommen zum Aktionsstart am 20. Mai per Mail eine Bibelstelle zugeschickt. Sie haben dann bis zum 1. Juni Zeit, ihre Neufassung im Twitter-Format zurückzusenden oder in einem Formular bei evangelisch.de einzureichen.

„Der Rekordversuch von evangelisch.de ist eine großartige Idee und eine spannende Herausforderung. Das Schöne ist: Die Menschen setzen sich dabei auf intensive Weise mit der Bibel auseinander. Eine typisch evangelische Aktion, denn auch Martin Luther war es ein Anliegen, den Menschen das Wort Gottes in einer zeitgemäßen, leicht verständlichen Sprache näherzubringen“, sagt Bischof Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der EKD.

Während des Evangelischen Kirchentags in Bremen werden alle neu interpretierten Bibelstellen bei Eingang aktuell auf Leinwänden eingeblendet. Sie werden nach dem Kirchentag sortiert und auf evangelisch.de veröffentlicht. Hier kann die Twitter-Bibel gelesen und über einzelne Stellen diskutiert werden.

Über evangelisch.de
evangelisch.de ist das neue Internetportal der Evangelischen Kirche in Deutschland, das am 24. September 2009 online gehen wird. Das Ziel: evangelische Sichtweisen auf Deutschland und die Welt widerspiegeln. Der neue Internet-Auftritt besteht aus drei Bereichen: News, Community, Services.

News: evangelisch.de bietet zu aktuellen Themen Nachrichten, hintergründige Geschichten und Standpunkte. Community: evangelisch.de dient als Plattform, auf der sich Menschen untereinander austauschen können. Nutzer können eigene Profile einrichten, eigene Inhalte präsentieren und sich zu Interessengruppen zusammenschließen. Services: evangelisch.de integriert Informationen, Hilfestellungen und Dienstleistungen, die von der evangelischen Kirche auf den verschiedenen Seiten im Internet angeboten werden.

Seit 1. April 2009 ist ein Blog von evangelisch.de online, das über die Entwicklung des Portals informiert. Der Bibel-Twitter-Rekordversuch ist die erste Aktion von evangelisch.de.


Über Twitter

Twitter (engl. Gezwitscher) ist ein Internet-Dienst, bei dem Nachrichten nicht mehr als 140 Zeichen umfassen. Daher müssen die Texte bei dem Bibel-Twitter-Rekordversuch in dieses Kurzformat gebracht werden.
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