Donnerstag, 21. Januar 2010

Deutschsprachige Blogs von Pfarrerinnen und Pfarrern

Blogging For DummiesImage by Somewhat Frank via Flickr

Achtung: Der nachfolgende Beitrag ist insofern veraltet, als ich mittlerweile der einfacheren Verwaltung der Liste wegen ein Spreadsheet auf Google Docs angelegt und zur allgemeinen Bearbeitung freigegeben habe (jedenfalls so lange es da keinen Vandalismus gibt - aber GDocs hält ja auch einen ausführlichen Überarbeitungsverlauf vor, so dass man frühere Versionen leicht wiederherstellen kann).
Ich würde mich freuen, wenn das Dokument von vielen Seiten aktuell gehalten, veröffentlicht und der Link dazu weitergereicht wird: http://bit.ly/9QJZ70 - angelegt am 27.07.2010

Noch mal Achtung (04.05.2011): Benjamin Koppe alias @tonnerkiller hat eine Vielzahl der hier versammelten Glaubens- und Theologieblogs in einer Pageflakes-Übersicht zusammengeführt: http://www.pageflakes.com/Bundesbedenkentraeger/
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[Erstfassung des nachfolgenden Eintrags: 09. Dezember.2008;
letztes Update: 26. Juli 2010]


Bereits im Februar 2006 hat Falk Lüke im ZEIT-Blog damit angefangen, "nach bloggenden Pfarrern zu suchen". Viele Einträge kamen dabei allerdings nicht zustande. Drei Monate später folgte Tobias Schneider mit einer schönen Zusammenstellung von Theologie-Blogs, die aber eben nicht nur auf geistliche Würdenträger beschränkt war. Auf entsprechende Beiträge aus jüngerer Zeit bin ich nicht gestoßen, abgesehen von enorm vielen Blogs, die sich zur Emerging-Church-Bewegung zählen und eine große Anzahl von Christen verschiedenster Traditionen und Positionen miteinander vereinen. Einige davon finden sich in meiner Blogroll.

Auch Google-Suchen nach "Pfarrer Blogs", "Pfarrer Web 2.0" etc. waren nicht recht ergiebig bzw. brachten durchaus interessante Online-Präsenzen erst auf der fünfzehnten Ergebnisseite oder noch später. Deshalb nehme ich es hiermit auf mich, einmal selbst eine Zusammenstellung bloggender Amtsbrüder und -schwestern anzugehen. Das hat auch den nicht ganz uneigennützigen Hintergrund, dass ich mir davon ein höheres Google-Ranking für mein eigenes Blog verspreche ...

Ich sammle im folgenden also deutschsprachige Weblogs (d.h.: chronologisch, aktuellster Eintrag oben, RSS-Feeds, Kommentarfunktion) evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer, Vikarinnen und Vikare, sowie von das geistliche Amt anstrebenden Theologiestudierenden.
Die Einträge sind alphabetisch nach Nachnamen sortiert.

Name
OrtBlogTwitter
Stephan Achtermann Alt-Garbsentheo-blogie
Roman AngstZürich/SchweizBahnhofkirche - "Roll on!"
Jörg BachmannFraureuthKirchenspiegel und Gemeindeaufbau
Matthias BachmannSchweiz"Und der Esel sah den Engel."

Johannes BartelsLößnitzJugendpfarrers Blog

Sandra BilsHarsumPastor Sändy in the boonies

Mike BischoffBern/SchweizLife-Navigator
David BrunnerEppingenbrunner24.com
Helge Dirks
JerusalemMoin Israel!
Alexander EbelSpeyerGibt es intelligentes Leben auf der Erde?
Walter FärberGroß IlsedeTiefebene
Ueli Greminger Zürich/Schweiz"Gott ist den Menschen näher als Sie denken."
Daniel HaasProvo, Utah/USAPlayersPrayers - Sport und Spiritualität
Pamela HansenSouthgate, Detroit, Michigan/USAPastorendasein in den USA Link
Stephan HeinleinHinterweidenthal
Link
Uwe HermannRennerodPfarrers Blog
Richard HornBerlinPfarrers Tagebuch
Kanzelschwalbe[keine Angabe]Kanzelschwalbe
Tim KaufmannSchifferstadtannonuem
Philipp KohliBernGotteskuss
Benjamin KoppeKlingenmünsterEin feste Burg ist unser GottLink
Helen Jäggi Kosic/Bosnien"Es git no Sache änedra."
Uwe KühnewegWien/ÖsterreichWiener Notizen
Heiko KuschelSchweinfurtCitykirche Schweinfurt; bloggt auch auf evangelisch.de
Tobias LampertNeuendettelsauTheolobias.de
Simon LauferHockenheimSetting Sail
Friedhelm MeinersBraunschweigDer-Pastor
Christiane MüllerSchweinfurtEJPfrin Blog
Fritz PenserotBurg an der Mosel
Link
Horst Peter PohlFrankfurt/MainNicht überfromm und nicht allzu weise
Link
Daniel RenzStuttgart-Untertürkheimschlunkfunk

Ines Rivera/Schweiz"Das Wichtigste im Leben ist, dass man seinen eigenen Weg findet."

Jochen RothHochspeyer
Der rothe Faden
Tobias SchneiderReesToLeBlog
Alexander SeidelGollhofen
Pastors-Home - Weblog
Martin SommerMosbachMühlstein
Hans SpieglBischofshofen/ÖsterreichTagebuch eines Pfarrers (Podcast)
Jörg StählerBiedenkopf-WallauÖffentlichkeitsprojekt Karagwe-Diözese
Lars SyringBühler/Schweiz"Jaja, so ist das."
Dr. Jochen TeuffelVöhringen/Iller (Kirchenkreis Augsburg)ONOMATOlogie
Ueli Tobler/Schweiz"Das Lebendige, die Natur, lässt sich nicht Marktgesetzen unterordnen."
Simon de VriesSittensenVries-Land
Jörg Wilkesmann-BrandtnerAsbach
Theomix

Ingo Zwinkau MünchenBrockenstubeLink


Theologische/Christliche Gemeinschafts-Blogs
Einige der vorstehend Genannten schreiben auch bei dem von Simon de Vries initiierten Projekt PastorBuddy mit. Ähnlich, aber mit anderer "Besetzung", funktioniert offenbar theologisch.com. Und auch Emergent Deutschland ist ein Gemeinschafts-Projekt, ebenso wie ZeitGeist.

Ergänzungen, Fehler etc. bitte in die Kommentare.

Dienstag, 12. Januar 2010

Was die Käßmann-Kritiker eigentlich sagen wollten

Peace, Paix, Paz, Pace, Frieden, Vrede, PaxImage by Pink Sherbet Photography via Flickr
"Nichts ist gut in Afghanistan. All diese Strategien, sie haben uns lange darüber hinweggetäuscht, dass Soldaten nun einmal Waffen benutzen und eben auch Zivilisten getötet werden. Das wissen die Menschen in Dresden besonders gut! Wir brauchen Menschen, die nicht erschrecken vor der Logik des Krieges, sondern ein klares Friedenszeugnis in der Welt abgeben, gegen Gewalt und Krieg aufbegehren und sagen: Die Hoffnung auf Gottes Zukunft gibt mir schon hier und jetzt den Mut von Alternativen zu reden und mich dafür einzusetzen. Manche finden das naiv. Ein Bundeswehroffizier schrieb mir, etwas zynisch, ich meinte wohl, ich könnte mit weiblichem Charme Taliban vom Frieden überzeugen. Ich bin nicht naiv. Aber Waffen schaffen offensichtlich auch keinen Frieden in Afghanistan. Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen. Das kann manchmal mehr bewirken als alles abgeklärte Einstimmen in den vermeintlich so pragmatischen Ruf zu den Waffen. Vor gut zwanzig Jahren haben viele Menschen die Kerzen und Gebete auch hier in Dresden belächelt...."
Was bedeutet es, wenn dieser Abschnitt zum Thema Afghanistan in der Neujahrspredigt der EKD-Ratsvorsitzenden Käßmann - den jedermann Wort für Wort online nachlesen konnte und kann - aus verschiedenen Lagern so scharfen Widerspruch und Ablehnung erfährt? Doch eigentlich, dass die Kritiker dies sagen wollten:
"Alles ist gut in Afghanistan. Soldaten benutzen Waffen und es werden eben auch Zivilisten getötet. Uns werden weitere Strategien einfallen, die deutsche Öffentlichkeit darüber hinwegzutäuschen.
Das wissen die Menschen in Dresden besonders gut! Wir brauchen mehr Menschen, die vor der Logik des Krieges erschrecken, damit sie darauf verzichten, ein klares Friedenszeugnis in der Welt abzugeben und gegen Gewalt und Krieg aufzubegehren. Unser Ziel ist, dass sie sagen:
Eine Hoffnung auf Gottes Zukunft haben wir nicht.
Alternativen zu unserem Handeln in der Gegenwart brauchen wir nicht.
Denn Waffen schaffen doch ganz offensichtlich Frieden in Afghanistan.
Wir brauchen sonst keine Fantasie für den Frieden. Andere Formen der Konfliktbewältigung sind überflüssig. Sie würden bei weitem nicht so viel bewirken wie unsere Einigkeit im pragmatischen Ruf zu den Waffen.
Soll bloß keiner auf die Idee kommen, Kerzen anzuzünden und Gebete zu sprechen, wie vor gut zwanzig Jahren in Dresden ..."
Oder?
Wir werden sehen, wie es nach dem "vertrauensvollen Gespräch" nun weitergeht.


Samstag, 2. Januar 2010

Das Neue Jahr ist schon fünf Wochen alt!

Time SelectorImage by Telstar Logistics via Flickr
Wie die Zeit vergeht: Das Neue Jahr ist schon wieder fünf Wochen alt.

Nein, keine Angst, Sie haben es nicht übertrieben beim Ausschlafen des Silvesterrausches. Natürlich meine ich nicht das weltliche Jahr, das am 1. Januar beginnt – sondern das Kirchenjahr. Das beginnt am 1. Adventssonntag, und der ist schon wieder fast fünf Wochen her.

Die Adventszeit ist vor allem eine Zeit der Erwartung, der Hoffnung und der Sehnsucht. Damit beginnen alle christlichen Feste und deshalb auch das ganze Kirchenjahr. Die Ankunft Gottes in der Welt wird erwartet. Er wird geboren als Mensch in Jesus Christus. Das Dasein jedes einzelnen Menschen aber beginnt nicht erst mit der Geburt, sondern damit, dass er erwartet wird.

Haben das weltliche Jahr und das Kirchenjahr aber darum gar nichts miteinander zu tun? Ich meine, das Gegenteil ist der Fall. Dass das Kirchenjahr vor dem säkularen Jahr beginnt, verstehe ich als ein Symbol, das besagt: Gottes Zeit kommt vor der Menschenzeit, seine Zeitrechnung geht der unseren voraus.

Genau das ist Grund zu Hoffnung und Zuversicht im Jahr 2010: Gott ist schon da, wenn und wohin wir erst noch kommen – und was auf uns auch zukommen mag.


[Dieser Beitrag ist auch als Rundfunkandacht im ProtCast Pfalz zum Hören erschienen]

Freitag, 1. Januar 2010

2010: Das Jahr eines neuen Gottvertrauens

Heart CandleImage by Bob.Fornal via Flickr
Ein Mensch hat Angst. Er weiß, dass er sich bald von seinen Freunden verabschieden muss. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Dann steht ihm ein Leidensweg bevor, an dessen Ende der Tod wartet. Dennoch ist er es, der seinen Freunden Mut macht: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ (Joh 14, 1), sagt Jesus zu seinen Jüngern. 

Diesen Zuspruch haben die Kirchen als Jahreslosung über das Jahr 2010 gestellt. Er leitet uns dazu an, in allem, was auf uns zukommt – mögen es auch Verluste und Abschiede sein – das Vertrauen zu bewahren, dass Gott es gut mit uns meint. In Jesus Christus ist er uns nahe gekommen und hat uns gezeigt, wie viel wir ihm bedeuten: In Gottes Haus sind viele Wohnungen, so drückt Jesus es aus.  Das heißt doch, in anderen Worten: Bei unserem himmlischen Vater ist viel Platz. Bei Gott rennen wir offene Türen ein.

Diese Hoffnung macht ängstliche Herzen fest. Damit können wir alle Herausforderungen angehen, die das Leben uns bringt. Die Verheißung ist unwiderruflich – denn es ist Gott selbst, der sie durch seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gebracht hat.

Also: Fasst euch ein Herz. Glaubt an Gott. Macht 2010 zum Jahr eines neuen Gottvertrauens.

[Dieser Beitrag ist auch als Rundfunkandacht im ProtCast Pfalz zum Hören erschienen]