Samstag, 30. November 2013

Kindergebete, Päpstinnen und Beulen - ein #Blogstöckchen

Na, das war ja fast zu erwarten: Wenn die Blogkollegin Mechthild Werner ein Blogstöckchen auffängt, landet es als nächstes unter anderem bei mir. Wohlan, drei Antworten auf drei Freitagsfragen:

1. Dein schönstes Kindergebet, der schlimmste Vers im Glaubensbekenntnis?

Das ist geschummelt, das sind ja zwei Fragen in einer! Und meint die Frage nach dem Kindergebet das schönste aus meiner Kindheit - oder das, welches ich heute am schönsten finde?


Aus meiner Kindheit habe ich nur die beiden heute verpönten Klassiker in Erinnerung, die meine Großmutter mit mir gebetet hat: "Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm'"; "Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein" - ja, heute verpönt, und auch ich bete sie nicht mit meinen Kindern, obwohl ich nicht das Gefühl habe, dass sie mir irgendwie geschadet haben. Außer man nimmt als Schaden, dass ich Pfarrer geworden bin. Das wäre dann eine sehr nachhaltige Gebetswirkung ...

Das derzeit im Hause Ebel meistgesprochene Abendgebet geht so:

Will mich in mein Bettchen legen;
gib mir deinen guten Segen.
Lieber Gott, ich bitte dich:
Bleib bei mir, hab Acht auf mich.

Kurz und knackig, leicht zu merken, Geborgenheit vermittelnd. Passt. Hin und wieder schließen wir noch Eigenes an, worin wir Ereignisse des Tages aufgreifen.

Fürs Tischgebet mit Kindern mag ich das mit den Tierlein und Blümlein ("Jedes Tierlein hat sein Essen ..."). Wenn die Meute großen Hunger hat und es kaum erwarten kann, reicht aber auch: "Lieber Gott, segne flott." :-)

Der "schlimmste Vers" im Glaubensbekenntnis? "Schlimm" finde ich da eigentlich gar nichts. Aber als erstes kam mir dann doch "Ich glaube an die heilige christliche Kirche" in den Sinn - weil ich an der Stelle stets die Spaltung spüre, auch wenn die Aussageabsicht gerade die entgegengesetzte sein soll ...

2. Was würdest Du als Päpstin oder Kirchenpräsident als erstes tun?

  • Als Päpstin? Schwanger werden, ein Kind bekommen, drei Jahre Elternzeit nehmen. Obwohl … wenn ich recht weiß, gibt es für das Papstamt ja kein Gehalt. Das heißt, mir stünde nur der Mindestsatz an Elterngeld zu … Hmmmmm …
  • Als Papst: Das Papstamt abschaffen, das "größte Hindernis auf dem Weg der Ökumene" (Paul VI.).
  • Als Kirchenpräsident: Einen guten Referenten einstellen ;-). Und den Personaldezernenten beackern, dass er eine Projektstelle für Social Media freischaufeln soll.

3. Sollte sich die Kirche in der Tat mehr „Beulen“ holen?

Je mehr Beule, desto Schrott.
Ab und zu mal einen Zahn zulegen, das ja.
Und ruhig auch unübliche Strecken fahren. Auf anderen Bodenbelägen spüren, wo es mehr Profil oder mehr Federung braucht. Durch andere Aussichten merken, dass es da auch schön ist.


Bisher kannte ich diese Blogstöckchen-Geschichte ja nur so, dass immer dieselben Fragen weitergereicht werden. Ihr verlangt hier noch kreatives Fragen-Erfinden von mir? Nö, ich mache es mir lieber einfach und stelle meine drei und die vorangegangenen fünf Fragen, die Mechthild beantwortet hat, zur beliebigen freien Auswahl - und werfe das Stöckchen weiter an: Benjamin, Johanna, Knut, Fabian und Hans (der vielleicht lieber einen Podcast daraus macht??).

Kommentare:

  1. Seit ich den neuen Blog hab, klappt das mit den Pingbacks scheinbar nicht mehr richtig. Hier ist die Antwort:
    http://blog.debenny.de/2013/12/01/chuck-norris-heilsgewissheit-konzil/

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  2. Nö, das liegt an Blogger. Das kann weder Ping- noch Trackbacks.
    Aber auf jeden Fall vielen Dank für Deine Antwort. Sehr fleißig, gleich alle Fragen beantwortet; ich hab's noch gar nicht ganz lesen können ... :-)
    Die "Beulen"-Sache bezieht sich übrigens auf irgendeine Aussage des Papstes in Evangelii Gaudium, was das Zugehen der Kirche auf die "Randständigen" betrifft oder so. Hab mir EvGau (ich weigere mich, EG als Abkürzung zu verwenden! ;-) noch gar nicht zu Gemüte geführt, so dass ich's selber nicht kapiert hab' ...

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    1. Danke für den Hinweis. Hab Evangelium Gaudii auch nicht gelesen und werd es wohl auch nicht tun. Würde mir im Moment zu viele Ressourcen binden, dann lieber KG anständig wiederholen, und nicht nochmal durchs Examen rauschen... ;)

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    2. Ups, da hab' ich wohl was nicht mitgekriegt. So'n Käse aber auch. Wünsche mehr Erfolg für den nächsten Anlauf!

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  3. Das kommt vom langsamen Antworten, jetzt hast Du meine Stöckchenziele verwendet...

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    1. So kann's gehen ;-)
      Hast aber doch noch gute Ziele gefunden.

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  4. Ja, schändlich, schändlich spät, lieber Blogbruder @Ebel, auch wenn ich die ein oder andere Entschuldigung geltend machen könnte, so will ich denn doch lieber noch antworten, vor Heiligabend:

    Klar schummle ich bei 1. und löse mit der Doppelfrage ganz eigene Assoziationen aus, wie man an einigen Antworten sah. Das Abendgebet mit dem "Reinemacheherzen" hat mir auch nicht geschadet. Vielleicht aber doch, und wir wissen es nur nicht? Euer Ebelkindergebet gefällt mir aber besser.

    An die "christliche Kirche" zu "glauben" fiel mir immer schwer, nicht weil ich an der Spaltung leide. Sondern am fehlenden Glauben diesbezüglich. In meinen Ohren klingt da eher die verfehlte Kirchengeschichte durch und weniger ekklesia. Mit der "Gemeinschaft der Heiligen" sprich der Getauften (gut, auch wieder übersetzungsbedürftig) verbinde ich mehr Gemeinschaftsgefühl.

    Dich 2. als Päpstin im Erziehungsurlaub hätte ich gern gesehen. Die Frage nach einem guten Referenten stellt sich natürlich bei einem KP sehr viel mehr;) Bei 3. "Je mehr Beule desto Schrott" höre ich selbstredend den Radiomenschen.

    Dir noch einen beulenfreien Advent!

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