Montag, 18. Februar 2019

Das Paradies – auf dem Weg und am Ende des Weges

Kurzpredigt im Abschlussgottesdienst zum Konfiseminar „Paradies“ auf dem Schwanberg
Februar 2019


Du läufst durch den Nebel
im Dunkeln, in der kühlen Nacht
Siehst nur schemenhafte Umrisse, von Bäumen, Sträuchern, Gebäuden
Musst aufpassen, wohin du deinen Fuß setzt

Ein bisschen unheimlich ist es
Ein bisschen aufregend
Irgendwie auch lustig; manches auch nervig

Du musst versuchen, dich auf den Weg zu konzentrieren
Schauen, wo es langgeht
Nur schwach leuchten die Wegmarken
Aber du findest deinen Weg
zusammen mit dem oder der anderen an deiner Seite

An das Paradies denkst du auf diesem Weg eher nicht
Was sollte dich auf diesen Gedanken bringen?
Bist doch damit beschäftigt, nicht zu stolpern, nicht auszurutschen
dich suchen umzuschauen: Wo geht es lang?

Auch dein Lebensweg sonst
Dein Alltag
verläuft meistens – immer? – ohne diesen Gedanken
an das Paradies, den Himmel, das Reich Gottes
So vieles andere auf dem Weg
was dich stolpern und ausrutschen lassen könnte:

Was andere von dir erwarten
Was deine Eltern von dir wollen
und was du willst
Nicht immer dasselbe
Die Schule – nach der Klassenarbeit ist vor der Klassenarbeit
Und der, für den du schwärmst
die, von der du dir wünschst, du könntest ihr näherkommen
Stress mit deinen Freundinnen oder Freunden
Grübeln: Welche Rolle spiele ich?
Wem bin ich wichtig und warum?
Wer ist mir wichtig, und wie gehe ich mit ihm/ihr um?

So viele Gedanken und Themen, die du in deinem Kopf hin und her bewegst
Keine Zeit fürs Paradies

So viele Regeln und Gebote
an die du dich halten sollst
und nicht immer halten kannst

Ganz ohne Regeln geht es nicht
das weißt du selbst
Umso mehr, je mehr Menschen zusammen-
und miteinander auskommen sollen.

Du gehst deinen Weg
von dem noch so vieles im Nebel, im Dunkeln liegt
auf dem dich manches rutschen und stolpern lässt

Aber es sind andere mit dir auf dem Weg
sind ihn vor dir gegangen
stärken deinen Rücken
gehen an deiner Seite
Vergiss das nicht

Jesus hat gesagt
Das Himmelreich ist wie ein Senfkorn
Es beginnt klein und wächst zu Großem
Das Himmelreich ist wie ein Sauerteig
Eine kleine Menge reicht, um das ganze Brot zu durchdringen
Das Himmelreich ist wie der Weinbergbesitzer
Er gibt allen das, was sie nötig haben

Auch wenn du das Ziel unterwegs noch nicht erkennst:
Einmal wird sich vor dir eine Lichtung öffnen
wird dich wärmender Feuerschein willkommen heißen
wird dich eine Gemeinschaft empfangen, die dich aufnimmt
Du gehörst dazu
so wie du bist
auch wenn du auf dem Weg manchmal zweifelst

Das Paradies, der Himmel, das Reich Gottes:
Es gibt sie auch für dich.
Amen.

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