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Mittwoch, 10. September 2014

Zehn bleibende Bücher

Kollege Christian Weber hat mich auf Facebook nominiert, zehn Bücher aufzulisten. Zehn Bücher, die auf die eine oder andere Weise "bei mir geblieben" sind, die mich irgendwie berührt, beschäftigt, bewegt haben. Ich definiere es für mich so: Bücher, auf die ich immer mal wieder zurückkomme. Und ich beantworte die Aufgabe meinerseits nun nicht auf Facebook, sondern mache es wie der Kollege Heiko Kuschel, der seine zehn Bücher in seinem Blog aufgelistet - und wiederum jeden nominiert hat, der den Beitrag liest.

Also: Meine zehn.

Donnerstag, 17. Januar 2013

Dreimal Religion und Kirche im SWR2 Forum

Hach, schon wieder so lange nichts gebloggt hier. Das muss (s)ich ändern. Ich gelobe Besserung. Und beginne mit drei Hörtipps.

Donnerstag, 23. September 2010

Herbstanfang mit Rilke

"Herbst? Warum nicht", schreibt der Dichter Rainer Maria Rilke einmal an seine Frau Clara, "denn ich will den Herbst! Ist es nicht, als wäre er das eigentlich Schaffende, schaffender denn der Frühling wenn er kommt mit seinem Willen zur Verwandlung und das viel zu fertige, viel zu befriedigte, schließlich fast bürgerlich-behagliche Bild des Sommers zerstört? Dieser große herrliche Wind, der Himmel auf Himmel baut; in sein Land möchte ich gehen und auf seinen Wegen."

Rilke war ein genauer Beobachter der ihn umgebenden Natur, und so entstand eine Fülle von Gedichten und anderen Texten, in denen sich jahreszeitliche Stimmungen finden und er dem Gleichnishaften von Frühling, Sommer, Herbst und Winter nachgeht.

Heute, zum kalendarischen Herbstanfang, grüße ich Sie mit einem seiner bekanntesten Herbstgedichte:

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

[Dieser Beitrag ist auch als Rundfunkandacht in der Reihe "Feels Like Heaven" bei Rockland Radio gelaufen. Anhören! (mp3-Datei)]

Mittwoch, 22. September 2010

Hebels schönste Geschichte

Es ist eine der schönsten Geschichten - manche sagen: die schönste! - des evangelischen Pfarrers und Dichters Johann Peter Hebel: "Unverhofftes Wiedersehen". Ein junger Bergmann küsst seine junge hübsche Braut und sagt: "Bald wird unsere Liebe gesegnet. Dann sind wir Mann und Weib, und bauen uns ein eigenes Nestlein." Aber der junge Bräutigam kehrt am Abend nicht mehr aus dem Bergwerk zurück.

Nach 50 Jahren finden Bergleute den Leichnam eines Jünglings, unverwest und unverändert, als wenn er vor einer Stunde gestorben wäre. Niemand außer einer grauen, zusammengeschrumpften Frau weiß mit ihm etwas anzufangen: "Es ist mein Verlobter", sagt sie endlich, "um den ich fünfzig Jahre lang getrauert hatte und den mich Gott noch einmal sehen lässt vor meinem Ende".

Zur Beerdigung am andern Tag legt sie ihr Sonntagsgewand an, als wenn es ihr Hochzeitstag wäre. Denn als man ihn auf dem Friedhof ins Grab legt, sagt sie: „Schlaf nun wohl, und laß dir die Zeit nicht lang werden. Ich habe nur noch wenig zu tun und komme bald, und bald wird’s wieder Tag.

2010 feiert die evangelische Kirche den 250. Geburtstag Johann Peter Hebels. Heute aber ist sein Todestag: Vor 184 Jahren ist er in Schwetzingen gestorben. Ich teile seine Hoffnung, die im letzten Satz der alten Frau zum Ausdruck kommt: "Was die Erde einmal wiedergegeben hat, wird sie zum zweitenmal auch nicht behalten."

[Dieser Beitrag ist auch als Rundfunkandacht in der Reihe "Feels Like Heaven" bei Rockland Radio gelaufen. Anhören! (mp3-Datei)]

Dienstag, 21. September 2010

Hebel und die Ökumene

Zwei Brüder lebten miteinander in Frieden und Liebe, bis einmal der jüngere evangelisch blieb und der ältere katholisch wurde. So gingen sie auseinander. Erst nach einigen Jahren versuchten Sie, sich wieder auf einen Glauben zu einigen.

In den ersten Tagen kamen sie nicht weit. Schimpfte der Evangelische: “der Papst ist der Antichrist”, schimpfte der Katholische: “Luther ist der Widerchrist.“ Aber am Samstag fastete schon der Evangelische mit seinem Bruder. Und der Katholische ging mit seinem Bruder zum Abendgebet. Dann aber rief jeden die Pflicht zurück.

Nach sechs Wochen schreibt der jüngere: “Bruder, deine Gründe haben mich überzeugt. Ich bin jetzt auch katholisch.” – Da ergriff der Bruder voll Schmerz die Feder. “Du Kind des Zorns und der Ungnade, willst du denn mit Gewalt in die Verdammnis rennen? Gestern bin ich wieder evangelisch geworden.“

"Die Bekehrung" heißt diese - hier stark gekürzt wiedergegebene - Geschichte von Johann Peter Hebel, evangelischer Pfarrer und Dichter aus Baden. Am 10. Mai 1760, also vor 250 Jahren, wurde er geboren, und letztlich war für ihn die Praxis des Glaubens wichtig, nicht die Konfession.

Daher sein Fazit: Du sollst nicht über die Religion grübeln und tüfteln, damit du nicht deines Glaubens Kraft verlierst. Sondern du sollst deines Glaubens leben und, was gerade ist, nicht krumm machen.

[Dieser Beitrag ist auch als Rundfunkandacht in der Reihe "Feels Like Heaven" bei Rockland Radio gelaufen. Anhören! (mp3-Datei)]

Dienstag, 1. September 2009

Melanchthon: eine Biographie (1997)

"Das tägliche Gebet war die Quelle seiner seelischen Gesundheit und half ihm in allen schwierigen Lebenslagen. In seinem theologischen System bildet das Gebet neben der Lehre den zweiten Pfeiler der Kirche." (S.261)

Das Melanchthonjahr 2010 liegt nicht mehr in allzu weiter Ferne. Neuerscheinungen auf dem theologischen Buchmarkt werden vermutlich nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wer sich aber jetzt schon einmal einlesen will, der kann auf die zahlreichen Bucherscheinungen des Melanchthonjahres 1997 zurückgreifen, z.B. diese Biographie.

Posted via web from Alexander Ebels Lifestream

Mittwoch, 12. August 2009

U2 in Gelsenkirchen - gigantisch und auch wieder nicht

2009-07 U2 Gelsenkirchen - 12
So. Nun ist es bereits über eine Woche her, dass ich vom U2-Konzert in Gelsenkirchen zurückgekommen bin. Genügend Abstand, um nicht mehr allzu ersteindrucks-benebelt darauf zurückzublicken. Dann würde dieser Beitrag noch enttäuschter und verärgerter ausfallen.

Ungefähr das Folgende hätte ich gerne ebenfalls im Nachgang geschrieben:
"Ich habe mit viel gerechnet, aber dass ich am Ende völlig aufgelöst, sabbernd, mit offenen Mund da sitze und einfach nicht begreifen kann, was ich da gerade gesehen habe, wird mir auf ewig in Erinnerung bleiben.
Das war – mit Abstand – die gewaltigste, gigantischste Live- und Light-Show, die ich jemals gesehen habe." (via Dackworld)
Denn genau solche Äußerungen hatte ich zuvor verschiedentlich bereits von anderen Besuchern der 360°-Tour vernommen. Ich ließ mich tatsächlich von den Vorschusslorbeeren und den atemberaubenden Bildern des Bühnenaufbaus mitreißen und rechnete mit nichts weniger als dem bislang beeindruckendsten Konzert-Event meines Lebens. Um es kurz zu machen: Das war es nicht. Das lag aber nur zum geringsten Teil an der Band und ihrer Performance. Es lag auch nicht an unserer dadurch etwas gedrückten Stimmung, dass wir von der Vorband "Snow Patrol" aufgrund des ungeheuren Verkehrs-Chaos nur noch die letzten paar Takte zu hören bekamen - obwohl wir zwei Stunden Puffer eingeplant hatten.

Nein, meine Enttäuschung war vorrangig durch den katastrophalen Sound auf der Tribüne in der Schalke-Arena verursacht. Wie es dort, wo wir saßen, wummerte, schepperte und auch rückkoppelte, das hat mir leider über weite Strecken die Freude am Konzert verdorben. Zum Teil kam für mich nur Krach rüber, Soundbrei, mal ging The Edges Gitarre darin total unter, mal Bonos Stimme. Anderswo in der Arena, vor allem unten im Innenraum, war der Klang wohl deutlich besser, wie ich gelesen habe. Das Akustikproblem scheint ein altbekanntes zu sein - mir war es leider nicht bekannt. Die schwarzen Tücher, die rundum von der Decke hingen, sollten offenbar dazu beitragen, die Akustik zu verbessern. Das Problem lag nur darin, dass ein Großteil der Tribünengäste - so auch wir - nicht innerhalb der Tuchumrandung saß, sondern außerhalb, so dass das Ganze für uns eher noch eine Verschlechterung bedeutete. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass sich das "Krachige" des Klangs auf den höheren Tribünenplätzen dadurch noch zusätzlich fing und verstärkte. Zudem saßen wir im Block 5 der Victoria-Tribüne bereits so hoch, dass der obere Rand des Bühnenaufbaus von den Tüchern verdeckt wurde. Wie war das erst für die Leute, die noch höher saßen?

Fotos vom Konzert sind hier zu finden:
http://bit.ly/gBLyp
http://www.u2tour.de/photos/index.php?category=490
http://www.alles-ueber-dubai.de/bilder/u2konzert09/index.htm

Übrigens nahm die Höhe unserer Plätze auch der über 50 Meter hohen Bühne einiges von ihrem Eindruck. Wir blickten auf die Bühne hinab, wodurch auch Video- und Lightshow nicht so recht bei uns ankamen. Die Gigantomanie der Bühne wurde durch die Gigantomanie der Arena relativiert. Gegen Ende des Konzerts habe ich mich deshalb nach unten begeben, um das Gefühl zu erleben, die Bühne über mir aufragen zu sehen. Besser geklungen hat es dort im unteren-hinteren Teil der Arena freilich auch nicht nennenswert.

Ich habe im Folgenden das komplette Konzert als YouTube-Playlist zusammengestellt. Einige Titel sind doppelt und dreifach darin aufgenommen, weil ich mich nicht entscheiden konnte, welches Video ich qualitativ besser finde. Wer alternative YouTube-Links kennt mit gutem Bild und Ton: nur her damit.


Die Jungs von U2 waren bis auf wenige Momente guter Laune und legten hohe Rock-Qualität vor. Die Highlights des Konzerts waren für mich ausgerechnet die beiden Titel, die beim Konzert in Berlin einige Wochen zuvor nicht auf der Setlist standen: "Elevation" (bei dem ich fast schon neidisch auf die hüpfende Menge mit den tausenden emporgereckten Händen hinabblickte) und "Stuck in A Moment", das Bono und The Edge zu zweit in einer wunderbaren, Gänsehaut erzeugenden Akustikversion darboten. "Elevation" brachte auch eine der leider wenigen spontanen Einlagen, als nach Schluss des Songs die Menge noch einmal begann, die Hookline zu johlen und Bono a cappella in den Refrain einstimmte. Großes Kino! Eine zweite, noch etwas unfreiwilligere, dafür amüsantere Überraschung brachte "Vertigo" - hier musste die Band aufgrund von Problemen mit The Edges Gitarre abbrechen und den Titel von vorne beginnen.

2009-07 U2 Gelsenkirchen - 10
Sehr gut gefiel mir überraschenderweise "Unknown Caller", ein Stück von der neuen Platte "No Line on the Horizon". Das umlaufende Videoband der 360°-Bühne diente dabei als Karaokemaschine, so dass wirklich jeder mitsingen konnte. Glutrot leuchtend präsentierte sich die Bühne bei "The Unforgettable Fire", einer alten U2-Perle, die für diese Tour einen festen Platz in der Setlist bekommen hat. Und zu "One" initiierte Bono eine Milchstraße aus Handy-Lichtern in der kompletten Arena - von oben ein wirklich großartiger Anblick, endlich einmal ein Vorteil unserer Plätze.

Leider ein Totalausfall war die zweite Zugabe "With Or Without You". Bono lag in den ersten Zeilen z.T. stimmlich völlig daneben - was möglicherweise mit Problemen mit seinem Ohrhörer zusammenhing; so kam es uns jedenfalls vor, aber auch sonst wirkte er während des ganzen Titels recht lustlos. Ich finde das speziell bei diesem Titel durchaus verständlich - aber dann sollen sie ihn doch lieber ganz lassen. Die letzte Zugabe, "Moment of Surrender", ist für mich eines der besten Stücke auf "No Line ...", ging als letzter Song im Konzert aber nach meinem Geschmack ein wenig unter. Insgesamt hätte das Konzert noch etwas länger sein können; mit zwei Stunden Dauer lag es an der Untergrenze dessen, was ich erhoffte.

Eigentlich kann ich erst jetzt, nachdem ich mir die Videomitschnitte des Konzerts auf YouTube angesehen habe, sagen: Ja, das war wohl ein gutes, wenn nicht gar großartiges Konzert. Die Akustik in der Gelsenkirchener Arena hat es aber leider für viele Besucherinnen und Besucher kaputt gemacht. Schade! In fünf Jahren muss ich dann wohl doch die teuersten Karten nehmen, um diese Scharte auszuwetzen. Ob es überhaupt noch einmal Schalke wird, ist sehr fraglich.

Meine Tochter übt jedenfalls schon mal:


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Montag, 27. Juli 2009

Zum 100. Geburtstag von Hilde Domin: Ein Lieblingsstück in meiner Bibliothek

Meine Hand
greift nach einem Halt und findet
nur eine Rose als Stütze.


Im Februar 2006 verstarb die Lyrikerin Hilde Domin im Alter von 96 Jahren. Seit 1961 hatte sie in Heidelberg gelebt. Heute, am 27. Juli 2009, hätte sie ihren 100. Geburtstag feiern können.

Meine erste Begegnung mit Hilde Domin, genauer: mit ihren Texten, geschah - natürlich? - im Deutschunterricht; wenn ich mich recht erinnere, sogar erst in der Oberstufe, im Leistungskurs. Welche Domin-Gedichte wir lasen und interpretierten, weiß ich nicht mehr, aber in meinem Kopf setzte sich eine Wendung aus ihren Frankfurter Poetik-Vorlesungen fest, die unser Deutschlehrer einmal erläuternd gebrauchte: Dass nämlich moderne Gedichte sich auszeichnen durch ihre potentielle "Virulenz". Damals hatte ich das Gefühl, als wäre ich der einzige aus unserem Kurs gewesen, der sich diese Formulierung merkte. Es war mir so auf Anhieb einleuchtend, und dieses Wort fasste es so prägnant zusammen: dass ein Gedicht nie nur das bedeutet, was der Dichter, die Dichterin, bewusst hineinlegt. Dass seine Bedeutung mit jedem neuen Leser je neu entsteht, jede Leserin selbst mit dem Lesen oder Hören und Deuten des Gedichtes einen schöpferischen Akt vollbringt - ohne dass dies ein beliebiger Vorgang wäre, denn es sind ja keine beliebigen Worte. Dass es geradezu Aufgabe der Lyrikerin ist, eine "unspezifische Genauigkeit" hervorzubringen, was sehr viel auch mit Klängen, mit der Musik des Textes zu tun hat. Später wurde mir bewusst, dass auch vielen Bibeltexten diese potentielle Virulenz eigen ist.

Dass ich ausgerechnet 1992 mein Abitur machte und dabei auch noch die Ehre und Freude hatte, mit dem Scheffelpreis ausgezeichnet zu werden: Glücklicher Zufall oder Fügung? Jedenfalls bekam ich mit Urkunde und kostenloser 5-Jahres-Mitgliedschaft in der Literarischen Gesellschaft auch noch die Mitglieder-Jahresgabe des Vorjahres 1991 überreicht: ein Hilde-Domin-Lesebuch mit ausgewählter Lyrik und Prosa. Es ist eine Sonderausgabe, die meines Wissens so nicht über den Buchhandel erhältlich war bzw. ist:



Das Buch scheint nach wie vor über die Literarische Gesellschaft erhältlich zu sein (Menü: Publikationen/Jahresgaben) - ob auch für Nichtmitglieder, kann ich nicht sagen.

Im selben Jahr, 1992, begann ich mit dem Theologiestudium. Und auch dabei gab es den einen oder anderen Kontakt mit einem Text Hilde Domins, beispielsweise mit dem fast schon monumental zu nennenden "Abel steh auf" (das aber natürlich auch in der genannten Jahresgabe schon enthalten war). Ein Auszug:

wenn du nicht aufstehst Abel
wie soll die Antwort
diese einzig wichtige Antwort
sich je verändern
wir können alle Kirchen schließen
und alle Gesetzbücher abschaffen
in allen Sprachen der Erde
wenn du nur aufstehst
und es rückgängig machst
die erste falsche Antwort
auf die einzige Frage
auf die es ankommt
steh auf
damit Kain sagt
damit er es sagen kann
Ich bin dein Hüter
Bruder
wie sollte ich nicht dein Hüter sein


Im Mai 1996 wurde das Büchlein zu einem Lieblingsstück in meiner bescheidenen kleinen Privatbibliothek. Ich besuchte eine Lesung Hilde Domins in der Evangelischen Studierendengemeinde Heidelberg und ließ es mir signieren. Sie wirkte etwas überrascht, dass jemand mit diesem Buch ankam, und sagte: "Ach, Sie haben diese Ausgabe bekommen? Das ist eine schöne Ausgabe." Leider ist inzwischen aufgrund mangelhafter Klebebindung zwischen den Seiten 62 und 63 der Buchblock gebrochen.





Einige Jahre später, es muss 2003 oder 2004 gewesen sein, besuchte ich nochmals eine ihrer Lesungen, diesmal in der Aula eines Heidelberger Gymnasiums. Dauerhaft in Erinnerung geblieben ist mir jedoch die 1996er Lesung. Es war so eine familiäre Atmosphäre, dort im ESG-Saal, mit der Dichterin auf Augenhöhe zu sein, sie aus solcher Nähe ihre Werke vortragen zu hören (jeweils immer zweimal), mit zugleich brüchiger und klarer Stimme.

Besser ein Messer als ein Wort.
Ein Messer kann stumpf sein.
Ein Messer trifft oft
am Herzen vorbei.
Nicht das Wort.


Noch zwei Tipps anlässlich des 100. Geburtstags von Hilde Domin:

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Freitag, 9. Januar 2009

Evangelische Zeitschrift "zeitzeichen" für kurze Zeit komplett online - danach für Abonnenten

Nach längerer Zeit schaue ich mal wieder bei der Online-Präsenz des von mir seit über einem Jahrzehnt abonnierten Monatsmagazins "zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft" vorbei - und stelle mit Freuden fest, dass die Homepage komplett überarbeitet wurde. Sie hat nun viel mehr Portal-Charakter, kommt mit einer sehr angenehmen Anmutung daher, sowie mit einem online gut lesbaren Schriftbild.

Noch spannender finde ich aber die Bemerkung in der linken Seitenleiste:
"Wir haben unseren Internet-Auftritt gründlich überarbeitet und freuen uns, mit unserem Monatsmagazin nun auch komplett online zu sein! Damit Sie sich mit unserer neuen Präsenz vertraut machen können oder uns sogar ganz neu kennenlernen, ist zeitzeichen.net für kurze Zeit für jeden frei zugänglich. Bald werden nur ausgewählte Artikel freigestellt. Abonnenten des Print-Magazin können sich dann für den Online-Zugang freischalten. Alle anderen können dann auch ein Online-Abonnement abschließen und haben damit jederzeit Zugang zu allen Artikeln und zum neuen Archiv."
Ich bin begeistert und freue mich auf das, was da noch kommen wird! Ob meine Anfrage per E-Mail von Anfang Juli 2008 zu dieser Entwicklung beigetragen hat? Damals schrieb ich an die Redaktion:
"Es gibt nicht zufällig die Möglichkeit, als Abonnent die Zeitzeichen auch vollständig im pdf- oder einem anderen digitalen Format zu erhalten? Ich lese inzwischen fast mehr Artikel am Computer als auf Papier - und könnte sie so vor allem ggf. auch leichter weiterverarbeiten (archivieren, verschlagworten, Zitate exzerpieren etc.). Über einen solchen Service würde ich mich sehr freuen!"
Mein Wunsch wurde erhört! :-)

Nun fehlt eigentlich nur noch ein RSS-Feed, der mich über aktuelle Artikel informiert. Na, zur Not baue ich mir den wieder einmal selbst, mit Feed43 zum Beispiel.

Dienstag, 4. November 2008

Was ich lese und gelesen habe ...

... versuche ich einigermaßen regelmäßig bei Lovelybooks zu aktualisieren. Ich bitte die folgende unschöne iframe-Ansicht zu entschuldigen; Lovelybooks bietet derzeit leider weder einen RSS-Feed noch ein Blogwidget für die eigene Bibliothek an.

 

Sonntag, 19. Oktober 2008

ZDF selbst veröffentlichte Heidenreich-Kritik bereits Anfang Mai!

Gerade stoße ich in der ZDF-Mediathek auf ein Interview mit Elke Heidenreich zum fünfjährigen Bestehen der Sendung "Lesen!". Der Beitrag stammt vom 1. Mai 2008, und darin formuliert Frau Heidenreich bereits deutlich ihre Kritik am ZDF in Bezug auf ihre Sendung.
"Ein Flop ist auf jeden Fall die Verlegung des Termins auf den Freitagabend. Die Sendung ist da zu spät, ist schlecht positioniert, freitags haben die Leute was anderes vor. Das hat uns extrem geschadet und nicht gut getan, und ich wünschte, man könnte das rückgängig machen." (aus der Antwort auf Frage 2)

"Außerdem ist es wichtig, dass Sender die Kultur beachten. Sie tun das meiner Meinung nach viel zu wenig. Die Kultur wird immer noch in die Nachtstunden geschoben, wo nur die Intellektuellen sitzen, die's eh wissen. Wir müssten, wenn ich ehrlich bin, mit einer Sendung wie 'Lesen!' 45 Minuten lang sein und deutlich vor 22 Uhr. Das ist nicht der Fall, das schmerzt mich. Die Sendung hat sich nicht überlebt, aber sie kämpft schwer ums Überleben, und wenn wir keine besseren Sendeplätze kriegen, weiß ich nicht, ob sie überlebt." (aus der Antwort auf Frage 5)

Was meiner Meinung nach zweierlei bedeutet:

Erstens hat sich Elke Heidenreich in ihren FAZ-Kritiken vom 12. ("Reich-Ranickis gerechter Zorn") und 19. Oktober ("Der Kampf fängt gerade erst an!") nicht einfach nur an Marcel Reich-Ranickis Fernsehpreis-Eklat angehängt, wie ihr vereinzelt vorgeworfen wurde. Sondern sie hat den Kern ihrer Kritik - der sich naturgemäß auf ihre eigene Sendung bezieht - bereits vor Monaten formuliert und sogar öffentlich gemacht.

Zweitens scheint der Herr ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut ebendiese Kritik - wohlgemerkt: die in der ZDF-Mediathek veröffentlicht wurde! - nicht wahrgenommen oder eben ignoriert zu haben, wenn er sich nun auf einmal "persönlich enttäuscht" zeigt von Elke Heidenreich und das Einfordern eines besseren Sendeplatzes "mit Verwunderung zur Kenntnis" (!) nimmt.

Für mich ist die Sache klar: Programmplaner wissen sehr genau, was welcher Sendeplatz für eine Sendung bedeutet. Wenn "Lesen!" auf einen offensichtlich schlechteren Sendeplatz geschoben wurde, dann steckte dahinter mit ziemlicher Sicherheit bereits die Absicht, die Sendung mittelfristig abzuschießen. Welcher wahre Grund auch immer dahinterstecken mag - dann hat man den einzigen Grund, der zählt: Auf dem schlechteren Sendeplatz gibt's schlechtere Quoten.

Elke Heidenreich ist lange genug im Geschäft, um diese Vorgänge selbst zu durchschauen - mag sie einen Funken Hoffnung auch auf das Versprechen der Zurückverlegung gesetzt haben, das man ihr nach ihrer Darstellung für den Fall gegeben hat, dass die Sendung am Freitagabend nicht gut läuft. Wenn es jemanden gibt, der Grund hat, "persönlich enttäuscht" zu sein, dann ist sie es. Das mag nicht jede harsche Einzeläußerung ihrer FAZ-Tiraden rechtfertigen, aber menschlich verständlich ist es.

Die nächsten Sendetermine für "Lesen!" sind Freitag, der 31.10., 22.30 Uhr (mit Campino), und Freitag, der 5.12., 22.30 Uhr (mit Stefan Aust). Ich gebe hiermit die Parole aus:

"'Lesen!' gucken! Macht Quote für Elke!"


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Freitag, 30. Mai 2008

Myanmar/Birma: Hilfe kommt an!

Der österreichische Amtsbruder Hans Spiegl (Bischofshofen) macht in seinem Podcast vom 29.5. darauf aufmerksam, dass die Diakonie Katastrophenhilfe weltweit mit Partnerorganisationen vor Ort zusammenarbeitet. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass Hilfe schnell und zuverlässig geleistet werden kann. Für Myanmar im Speziellen bedeutet das: Die Helferinnen und Helfer müssen nicht erst die Erlaubnis erhalten, ins Land gelassen zu werden - denn sie sind bereits dort.

Ich kann mir durchaus vorstellen (ohne das nun definitiv nachrecherchiert zu haben), dass das Spendenergebnis derzeit hinter den aufgrund vergangener Sammlungen bei ähnlichen Katastrophenfällen bestehenden Erwartungen zurückbleibt - eben weil in den Medien nur zu hören ist: Die Hilfe kommt nicht an; das Regime lässt die Helferinnen und Helfer nicht ins Land.

Deshalb an dieser Stelle erstens die Empfehlung, den - aus gutem Grund emotional geladenen - Podcast von Hans Spiegl zu hören, der sich außerdem noch über den ebenfalls bedeutenden Aspekt der "Hilfe zur Selbsthilfe" äußert, und sich zweitens auf der Homepage der Diakonie Katastrophenhilfe bzw. deren Weblog selbst zu informieren. Informationen zu Spendenkonten bzw. die Möglichkeit zur Online-Spende finden sich dort natürlich ebenfalls.

Donnerstag, 28. Februar 2008

Was ich 2008 lese und gelesen habe

2008 gelesen habe ich:
  • (10/2007-02/2008) Thomas Hartmann: Schluss mit dem Gewalt-Tabu! Warum Kinder ballern und sich prügeln müssen, Frankfurt am Main 2007
Aktuell lese ich:
  • Christian Nürnberger: Jesus für Zweifler
Schon vor längerer Zeit angefangen habe ich:
  • Ian Banks: Vater sein dagegen sehr (12/2007 - )
  • George R. R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer III - Der Thron der sieben Königreiche (3.10.2007 - )
  • Renatus Deckert (Hg.): Das erste Buch. Schriftsteller über ihr literarisches Debüt (28.9.2007 - )
  • Jeremy Silman: Schach, aber richtig! (28.5.2007 - )
  • Marlen Haushofer: Die Wand (20.9.2006 - )
  • Henning/Lehmkühler (Hg.): Systematische Theologie in Selbstdarstellungen (29.10.2005 - )
  • Gabriele L. Rico: Garantiert schreiben lernen (13.7.2005 - )
  • Orson Scott Card: Character and Viewpoint (2005 - )
  • Humphrey Carpenter: J.R.R. Tolkien - Eine Biografie (2005 - )
Noch lesen will ich:
  • Gerd Theißen: Der Schatten des Galiläers
  • Walter Moers: Die 13einhalb Leben des Käpt'n Blaubär
  • Ken Follett: Die Säulen der Erde
  • Stephen King: Die Saga um den "Dunklen Turm"
  • Noah Gordon: Der Medicus
  • James Joyce: Ulysses
  • Max Frisch: Stiller
  • Thomas Mann: Buddenbrooks
  • Franz Kafka: Der Prozeß
  • Günter Grass: Die Blechtrommel
  • Jerome D. Salinger: Der Fänger im Roggen

Meine Liste 2007 gelesener Bücher findet sich hier:
http://wuff.blogger.de/stories/733424/

Und die unvollständige Liste meiner Lektüre der Jahre 2004-2006 hier:
http://wuff.blogger.de/stories/535449/

Mittwoch, 22. August 2007

EL#0013 - Heinrich von Kleist - Sonderbarer Rechtsfall in England

Eigentlich sollte das hier ein Test-Video für meine Facebook-Seite werden. Allerdings ist mir dann - zum wiederholten Male - Facebook bzw. Firefox abgestürzt, und so bleibt "nur" die Audio-Variante, die ich glücklicherweise parallel in meinen Mp3-Recorder habe laufen lassen. Viel Spaß mit Heinrich von Kleists Anekdote über einen "Sonderbaren Rechtsfall in England". Laut meiner Kleist-Ausgabe erschienen die unter der Überschrift "Anekdoten" gesammelten kleinen Schriften in der von Kleist geführten Zeitung "Berliner Abendblätter". Herausgegeben wurde sie vom 1. Oktober 1810 bis zum 30. März 1811. Die Stoffe für Kleists Anekdoten stammen aus anderen Zeitungen sowie aus Annalen und Kalendern.

Dienstag, 7. August 2007

EL#0012 - Johann Peter Hebel - Drei Wünsche

Da spiele ich nur so zum Zeitvertreib noch einmal die "Ebel liest"-Episode Nr. 11 ab und höre mich zu Beginn doch gleich etwas reden von wegen "Besserung geloben" und "wöchentlich eine Folge" und so weiter. Inzwischen sind fast vier Monate vergangen, aber dafür gibt es heute eine besonders schöne (und bekannte) Geschichte aus dem "Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes" von Johann Peter Hebel: "Drei Wünsche". Dass sie wie so viele Hebel-Geschichten am Ende noch mit einer pointiert vorgetragenen "Moral" aufwartet, war mir nicht in Erinnerung. Ich glaube, ich habe diesen Schluss noch nie zuvor irgendwo gehört oder gelesen, wo diese Geschichte abgedruckt war.

Dienstag, 17. April 2007

Samstag, 3. März 2007

EL#0010 - Johann Peter Hebel - Die drei Diebe

Heute mal eine der Hebelschen Geschichten vom Zundelheiner und Zundelfrieder: 'Die drei Diebe' aus dem 'Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes'. Noch experimentiere ich mit der Technik herum, das ist diesmal an der Klangqualität deutlich zu hören... sorry. Dass die Spreche etwas gemütlicher dahinplätschert, hängt damit zusammen, dass ich es mir diesmal zum Vorlesen im Bett gemütlich gemacht habe :-)

Freitag, 2. Februar 2007

EL#0009: Johann Peter Hebel - Biblische Geschichten Bd. 2 - 3. Darstellung Jesu im Tempel

Johann Peter Hebel begann 1818 mit der Erarbeitung eines Buches zum schulischen Gebrauch, das die wichtigsten Geschichten des Alten und Neuen Testaments - für die Jugend aufbereitet - enthalten sollte. 1824 erschien das Werk. Die Besonderheit daran: Hebel erlaubte sich eigene Übergänge und interpretative Erläuterungen der biblischen Geschichten. Das ist auch der Grund, weshalb sie 1855 als Schulbuch wieder zurückgezogen wurden. Es war den Kritikern nicht bibelnah genug.

Ich lese das 3. Kapitel des "Zweiten Bändchens" der "Biblischen Geschichten": Die Darstellung Jesu im Tempel.

Dienstag, 9. Januar 2007

EL#0008 - Johann Peter Hebel - Kannitverstan

Eine der bekanntesten Geschichten von Johann Peter Hebel, die sowohl im "Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes" als auch in den "Kalendergeschichten" enthalten ist:
Kannitverstan.

Samstag, 6. Januar 2007

Johann Peter Hebel - Biblische Geschichten Bd. 2 - 4. Die Weisen aus Morgenland

Johann Peter Hebel begann 1818 mit der Erarbeitung eines Buches zum schulischen Gebrauch, das die wichtigsten Geschichten des Alten und Neuen Testaments - für die Jugend aufbereitet - enthalten sollte. 1824 erschien das Werk. Die Besonderheit daran: Hebel erlaubte sich eigene Übergänge und interpretative Erläuterungen der biblischen Geschichten. Das ist auch der Grund, weshalb sie 1855 als Schulbuch wieder zurückgezogen wurden. Es war den Kritikern nicht bibelnah genug.
Ich lese das 4. Kapitel des "Zweiten Bändchens" der "Biblischen Geschichten": Die Weisen aus Morgenland.