Mittwoch, 31. Oktober 2018

Das Kräutlein des Johannesevangeliums gerieben: Von der Wahrheit, die frei macht

Predigt am Vorabend des Reformationstages (Dienstag, 30.10.2018) in der Protestantischen Kirche Altrip

Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger 32 und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. (Johannes 8, 31-32)

2011 bis 2013 waren die Jahre der Plagiate. Oder besser: ihrer Erkennung und Überführung. Vor allem zahlreiche Politikerinnen und Politiker mussten ihren Doktortitel wieder abgeben, weil sie ihn sich erschummelt hatten – mit größtenteils abgeschriebenen Arbeiten.

Auch dass jemand erst gar keine Doktorarbeit schreibt, aber bei der Jobbewerbung angibt, einen zu haben, kommt vor. Und manchmal kommt es nicht nur vor, sondern auch raus, wie ich gerade von einem aktuellen Fall erzählt bekam.

2013 bis 2015 waren die Jahre der Abgasskandale. Manipulieren, vortäuschen, lügen und betrügen auch hier. Schummeln, um so zu tun, als würden die gebauten Autos die Grenzwerte nicht überschreiten, obwohl sie es in Wahrheit doch tun. Ist vorgekommen, ist rausgekommen.

Und dann das Phänomen, das 2016 zum Anglizismus des Jahres gewählt und 2017 in den Duden aufgenommen wurde: Fake News.

Sonntag, 28. Oktober 2018

Die Sünde auf dem Sofa

Predigt am 28. Oktober 2018 (22. Sonntag nach Trinitatis) in der Protestantischen Kirche Altrip

Wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. 15 Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. 16 Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, dass das Gesetz gut ist. 17 So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 18 Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. 19 Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. 20 Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 21 So finde ich nun das Gesetz, das mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. 22 Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. 23 Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. 24 Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? 25 Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! (Römer 7, 14-25a)


Die Sünde ist uns heutzutage fremd geworden.
Wir reden nicht mehr gern darüber.
Ich auch nicht.
Es ist unmodern, ein altertümliches Wort. Sünde.
Es ist unangenehm, es zu benutzen.
Man kommt sich ein bisschen komisch dabei vor.
Wie wird mein Gegenüber reagieren, wenn ich etwas von Sünde sage?

Sonntag, 21. Oktober 2018

Prüft alles, das Gute behaltet

Predigt im Gottesdienst zum Männersonntag, 21. Oktober 2018, in der Protestantischen Kirche Altrip

Nehmen wir uns etwas Zeit, um das Bild zu betrachten, mit dem die Männerarbeit der Evangelischen Kirche in diesem Jahr das Thema des Männersonntags anschaulich machen will.

Wir blicken in einen Tunnel hinein, der gerade eine Biegung macht. Helle Lichtspuren sind im oberen Bereich zu sehen; der Tunnel scheint von oben her beleuchtet zu sein, aber es reicht nicht aus, um alles klar und deutlich hervortreten zu lassen. Vieles bleibt verschwommen und unscharf, so auch die Rücklichter der Autos, die in der rechten Bildmitte gerade noch zu erkennen sind.

Die grafische Überarbeitung des ursprünglichen Fotos bringt den Eindruck großer Geschwindigkeit hinein
Wir rasen mit in diesen futuristischen Tunnel hinein; er scheint uns anzusaugen, aufzusaugen

Der Tunnel weckt bei mir Assoziationen an:
Datenautobahn
Glasfaserkabel
Teilchenbeschleuniger

Und es kommt uns etwas, jemand, daraus entgegengerast, ein Surfer. Den linken Fuß und die rechte Hand hat er vorn am Brett, das andere Bein ist nach hinten hin angewinkelt, die andere Hand zur Seite gestreckt, balancierend. Der Surfer verblasst teilweise vor und in diesem Tunnel und den Lichtern, aber er ist deutlich regenbogenfarben schillernd, nicht von einer Farbe, sondern vielfältig.

Sonntag, 30. September 2018

Von meinen Früchten könnt ihr leben - Zum Erntedankfest 2018


Sieh den Apfel, rotbackig und glänzend.
Hervorgebracht von Gottes Schöpfung.
Gott hat ihn gemacht für dich.
„Von meinen Früchten könnt ihr leben“, sagt er zu dir und mir und allen hier.
Denn Gott meint es gut mit dir und mir und allen hier.
Deshalb bist du hier, sagst ihm Danke am Erntedank.

Sonntag, 25. Dezember 2016

Wort zur Weihnacht 2016

(aus dem Christvesper-Gottesdienst an Heiligabend um 17.00 Uhr in der Prot. Kirche Altrip)

Vielen Dank
den Krippenspielkindern ...

Ja: Ein bisschen zu spät gekommen waren sie: Die späten Engel.
Aber sie haben erfahren dürfen und es auch uns erfahren lassen: Bei Gott gibt es kein "Zu spät".
Denn er kommt immer wieder in unsere Welt. Alle Jahre wieder. Täglich wieder.

Und deshalb erzählen wir auch diese Geschichte immer wieder neu. Um deutlich zu machen: Das ist nicht nur ein einziges Mal vor langer Zeit passiert und hat mit uns heute nichts mehr zu tun. Sondern Gott kommt zur Welt, damals, heute und auch in Zukunft, und schenkt Mut und Hoffnung, um neu anzufangen.

Montag, 24. Oktober 2016

Drei Monate Paper.li Pro - ein Erfahrungsbericht

Ein Rückblick

Im Sommer 2010 ging Paper.li an den Start. Ich war ein "Early Adopter", neugierig, wie das wohl funktionieren würde, damit eine eigene Online-Zeitung zu erstellen. Und ich wählte die denkbar einfachste Herangehensweise: Meine Twitter-Liste, in der ich alle mir bekannten twitternden evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer zusammenfasste, existierte ja ohnehin bereits. Also erstellte ich ein Paper.li mit dem wenig kreativen, dazu noch denglischen Titel "The EvPfarrer's Daily" und speiste die Pfarrer-Twitterliste als einzige Quelle ein. Den Rest machte der Algorithmus automatisch: jeden Tag zu einer bestimmten Zeit die relevantesten Tweets noch einmal im Zeitungslayout aufbereitet zusammenzustellen. Auf meinem Twitteraccount erschien zeitgleich ebenfalls automatisiert ein Tweet, der auf die aktuelle Ausgabe hinwies und zudem einige der Kolleg/innen, deren Beiträge darüber nochmals verbreitet wurden, per @-Erwähnung darauf aufmerksam machte.



Für mich selbst überraschend fand die "Zeitung" einige Resonanz.

Montag, 21. März 2016

Schriftarten erkennen leicht gemacht

Im Netz gibt es doch nichts, was es nicht gibt. Heute war ich in einem pdf-Dokument auf eine Schriftart gestoßen, die mir gut gefiel und die ich ebenfalls gern verwenden wollte. Unter den Fonts auf meinem PC konnte ich sie nicht ausfindig machen. Was tun?

Eine kurze Google-Suche brachte mich zu "WhatTheFont". Dieses System verspricht, Schriftarten in Abbildungen von Wörtern erkennen zu können. Ich machte also einen Screenshot des pdf-Dokuments, schnitt ein Wörtchen aus und speicherte es als Bilddatei ab:
Daraus erkannte WhatTheFont zwar nur einen einzigen Buchstaben, teilte den Rest aber korrekt auf:
Und siehe da:

Sonntag, 15. November 2015

Wir betrauern die Toten - wir begrüßen das Leben! #PrayForParis

Aus der Predigt im Vorstellungsgottesdienst der neuen Konfirmand/innen,
Protestantische Kirche Altrip, 15. November 2015


Liebe Gemeinde,
Sie sind heute in eine bunte Kirche gekommen
Geschmückt mit Luftballons
Mit Batiktüchern an Kanzel und Altar
und den farbenfroh gestalteten Selbstporträts der Präparandinnen und Präparanden.
Und manch fröhliches Lied haben sie ausgesucht.


Ist das unpassend, nach dem, was am Freitagabend geschehen ist?

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Erste Male - auch nach einem Jahr noch

Damit hier im Blog auch mal wieder etwas erscheint,
hier mein Editorial in unserem neuen Gemeindebrief.
Bin heute übrigens schon genau 1 Jahr in Altrip.

Liebe Leserinnen und Leser des Kirchenfensters ...

Erste Male. Auch im zurückliegenden halben Jahr habe ich mit Ihnen in Altrip viele davon erlebt, und auch wenn wir bald ein ganzes Kirchenjahr miteinander durchlaufen haben, dürfte das noch eine Zeitlang so weitergehen.

Erste Male. Darunter waren viele schöne und erfüllende Erfahrungen und Begegnungen, zwangsläufig aber auch das Eine oder Andere, worauf sich hätte verzichten lassen.

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Die ersten drei Monate im Gemeindepfarramt in Zahlen

4 Taufen
10 Trauerfeiern/Beerdigungen
11 Sonntagsgottesdienste
1 Friedhofsansprache zum Volkstrauertag
1 Gottesdienst in der Seniorenresidenz
1 Reformationsgottesdienst
1 Gottesdienst zur Verabschiedung des alten Presbyteriums
1 Segnungsgottesdienst für die Kita-Kinder
1 Morgenmeditation im Advent
3 Heiligabend-Gottesdienste
1 Gottesdienst zum Altjahresabend

1 Advents-Café
1 Konfi-Café
4 Pfarrkonvente/Pfarrkonferenzen
3 Advents/Weihnachtsfeiern